WLAN im Altbau: Warum es nicht durchkommt und was wirklich hilft
Im Altbau ist schlechtes WLAN selten die Schuld des Routers. Meist stehen dem Signal dicke Wände, Decken und ungünstige Wege im Weg. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Planung bekommt man fast jede Wohnung zuverlässig abgedeckt.
Warum das WLAN im Altbau schwächelt
- Dicke, massive Wände: Vollziegel, Naturstein oder Wände mit 40 cm und mehr schlucken Funksignale deutlich stärker als Trockenbauwände im Neubau.
- Decken mit Schüttung oder Stahlträgern: Zwischen den Etagen kommt oft kaum noch etwas an.
- Lange Flure und verwinkelte Grundrisse: Das Signal muss durch mehrere Wände, bis es im hintersten Zimmer ankommt.
- Ungünstiger Router-Standort: Der Router steht dort, wo früher die Telefondose war, also oft im Flur, in einer Ecke oder sogar im Schrank.
- Viele Nachbarnetze: In dicht bebauten Altbauvierteln funken Dutzende WLANs auf denselben Kanälen.
Die Lösungen im Vergleich
WLAN-Repeater
Ein Repeater empfängt das vorhandene Signal und sendet es weiter. Das ist günstig und schnell eingerichtet, hat aber Nachteile: Er braucht selbst noch guten Empfang, kann die Geschwindigkeit spürbar verringern, und Geräte wechseln oft nicht sauber zwischen Router und Repeater. Für ein einzelnes Funkloch kann das reichen, für eine ganze Wohnung selten.
Mesh-WLAN
Bei einem Mesh-System arbeiten mehrere Geräte als ein gemeinsames Netz zusammen. Handy und Laptop wechseln automatisch zum besten Punkt, ohne dass man etwas merkt. Gute Mesh-Systeme haben eine eigene Funkverbindung zwischen den Stationen. Noch besser wird es, wenn die Stationen per Kabel verbunden sind.
Access Points per Netzwerkkabel
Die stabilste Lösung: In den wichtigen Bereichen hängt ein Access Point, der per LAN-Kabel am Router angeschlossen ist. Jeder Bereich bekommt so volles WLAN, ohne Umweg über Funk. Im Altbau lassen sich dafür oft vorhandene Leerrohre, Telefonleitungen oder ein Kabel entlang der Fußleiste nutzen. Ein Access Point an der Decke im Flur versorgt häufig schon mehrere Räume.
Powerline
Wo kein Kabel möglich ist, kann Powerline helfen. Dabei läuft das Netzwerk über die Stromleitung. Wie gut das klappt, hängt stark von der Elektroinstallation ab. In manchen Altbauten funktioniert es sehr gut, in anderen kaum. Am besten vorher testen.
2,4 GHz, 5 GHz oder 6 GHz?
2,4 GHz kommt weiter und besser durch Wände, ist aber langsamer und oft überlastet. 5 GHz und 6 GHz sind deutlich schneller, haben aber eine kürzere Reichweite. Moderne Systeme nutzen alle Bänder gleichzeitig und verteilen die Geräte automatisch. Viele Smart-Home-Geräte funken übrigens nur mit 2,4 GHz, das sollte bei der Planung bedacht werden.
So gehe ich bei Ihnen vor
- Messen: Ich messe die Abdeckung in jedem Raum und schaue, welche Nachbarnetze stören.
- Planen: Wo kommt der Router hin, wo braucht es zusätzliche Punkte, und gibt es einen Kabelweg?
- Einrichten: Mesh oder Access Points, sinnvolle Kanäle, getrennte Netze für Gäste, Smart Home und Arbeit.
- Prüfen: Am Ende messe ich noch einmal nach, damit Sie in jedem Zimmer stabiles WLAN haben.
Ich arbeite unter anderem mit FRITZ!Box*, UniFi* und gängigen Mesh-Systemen und richte auf Wunsch auch einen sicheren Zugriff von unterwegs ein.
Häufige Fragen
Warum ist das WLAN im Altbau so schlecht?
Dicke Wände aus Vollziegel oder Naturstein, Decken mit Schüttung und verwinkelte Grundrisse schwächen das Funksignal stark. Oft steht der Router außerdem an einem ungünstigen Platz.
Was ist besser im Altbau: Repeater oder Mesh?
In den meisten Fällen Mesh oder per Kabel angebundene Access Points. Repeater helfen bei einem einzelnen Funkloch, verringern aber oft die Geschwindigkeit und sorgen für Abbrüche beim Wechseln.
Funktioniert Powerline im Altbau?
Manchmal sehr gut, manchmal kaum. Das hängt von der Elektroinstallation ab. Am besten wird es vor Ort getestet, bevor man sich festlegt.
* Genannte Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und beschreiben nur die Kompatibilität. Es besteht keine Partnerschaft.